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DAC7 und PStTG: Was KMU-Verkäufer auf Plattformen jetzt wissen müssen

Von Joe Martin · · Regulierung

Infografik DAC7 PStTG Plattform-Meldepflicht: Meldeweg von Verkäufer über Plattform und BZSt zum Finanzamt, Schwellenwerte 2.000 Euro oder 30 Transaktionen, Stichtag 31. Januar 2027, dunkelroter Hintergrund mit türkisem Akzent

Das Finanzamt kennt deine Plattformeinnahmen — seit 2023

Wer auf Amazon, eBay, Airbnb oder Fiverr Geld verdient, sollte wissen: Seit dem 1. Januar 2023 sind alle großen digitalen Plattformen gesetzlich verpflichtet, die Einnahmen ihrer Nutzer an die Steuerbehörden zu melden. Das geschieht automatisch, jährlich und ohne dass der Verkäufer davon aktiv benachrichtigt wird.

Die rechtliche Grundlage ist das Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG), die deutsche Umsetzung der EU-Richtlinie 2021/514 (DAC7). Das Gesetz trat am 1. Januar 2023 in Kraft und schaffte auf einen Schlag die steuerliche Grauzone, die zuvor für viele Plattformeinnahmen existierte.

Was das PStTG von Plattformbetreibern verlangt

Plattformbetreiber — also Unternehmen wie Amazon, eBay, Etsy, Airbnb, Booking.com, Fiverr oder Upwork — müssen jährlich bis zum 31. Januar beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) melden, welche Einnahmen ihre Nutzer im vergangenen Kalenderjahr erzielt haben.

Für das Jahr 2026 gilt damit der Stichtag 31. Januar 2027. Die Daten laufen über das gesamte Jahr 2026 zusammen — wer heute auf Plattformen aktiv ist, ist bereits Teil dieses Datenflusses.

Das BZSt leitet die gemeldeten Daten an das zuständige Finanzamt weiter. Dort werden sie mit den eingereichten Steuererklärungen abgeglichen.

Für wen gilt die Meldepflicht?

Die Meldepflicht greift, sobald eines dieser Kriterien erfüllt ist:

Nur wenn beide Werte gleichzeitig unterschritten werden, gilt die gesetzliche Bagatellausnahme. Die Schwelle bezieht sich jeweils auf eine einzelne Plattform — wer auf drei Plattformen je 1.500 Euro verdient, muss auf jeder Plattform gesondert geprüft werden.

Das Gesetz erfasst vier Kategorien:

Welche Daten werden übermittelt?

Die Meldung ist umfassend. Plattformbetreiber übermitteln an das BZSt:

Das sind dieselben Informationen, die Plattformbetreiber ohnehin für Auszahlungen erheben müssen. Die DAC7-Meldung ist für sie ein zusätzlicher Schritt im bereits bestehenden Prozess.

Warum das für KMU-Verkäufer wichtig ist

Das Finanzamt erhält durch die DAC7-Meldungen strukturierte, vollständige Daten über Plattformeinnahmen. Diese Daten können für Kontrollmitteilungen genutzt werden — also gezielte Mitteilungen an zuständige Finanzämter, wenn gemeldete Einnahmen und erklärte Einkünfte auseinanderfallen.

Wer in früheren Jahren Plattformeinnahmen nicht korrekt oder gar nicht deklariert hat, sollte die Situation mit einem Steuerberater besprechen. Eine strafbefreiende Selbstanzeige ist nur wirksam, bevor die Behörde selbst aktiv wird.

Was jetzt zu tun ist

Für KMU und Selbstständige, die Einnahmen über digitale Plattformen erzielen, sind zwei Dinge relevant:

Aufzeichnungen führen: Alle Plattformeinnahmen für 2026 vollständig und korrekt dokumentieren — aufgeschlüsselt nach Plattform, Datum und Betrag.

Steuererklärung prüfen: Sicherstellen, dass alle Plattformeinnahmen in der Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuererklärung vollständig erfasst sind. Abweichungen zwischen gemeldeten und erklärten Beträgen lösen automatisch Prüfmechanismen aus.

Die Bagatellgrenze (unter 30 Transaktionen UND unter 2.000 Euro) schützt kleine Gelegenheitsverkäufer — aber sie greift nur, wenn beide Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen DAC7 und PStTG?+
DAC7 ist die EU-Richtlinie 2021/514, die alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, digitale Plattformen zur Datenmeldung an Steuerbehörden zu zwingen. Das Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) ist die deutsche Umsetzung dieser Richtlinie, die am 1. Januar 2023 in Kraft trat. Während DAC7 den EU-Rahmen setzt, regelt das PStTG konkret, welche deutschen Plattformbetreiber was genau melden müssen und welche Bußgelder bei Verstößen drohen.
Ab welchem Umsatz muss meine Plattform meine Daten ans Finanzamt melden?+
Die Meldepflicht greift, sobald eines der zwei Kriterien überschritten wird: mehr als 2.000 Euro Jahreseinnahmen auf einer Plattform ODER mehr als 30 Transaktionen im Jahr. Unterhalb beider Grenzen gleichzeitig gilt eine Bagatellausnahme — du wirst zwar identifiziert, aber nicht vollständig gemeldet. Wichtig: Die Schwelle gilt pro Plattform, nicht über alle Plattformen zusammen.
Welche Daten meldet die Plattform über mich ans Finanzamt?+
Plattformbetreiber, die die Meldegrenze überschreiten, müssen folgende Daten an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) übermitteln: vollständiger Name, Anschrift, Steueridentifikationsnummer (TIN), IBAN sowie die vollständigen Transaktionsdaten mit Beträgen und Daten. Das BZSt leitet diese Daten an das für dich zuständige Finanzamt weiter, das sie mit deiner Steuererklärung abgleichen kann.
Was passiert, wenn ich Plattformeinnahmen bisher nicht deklariert habe?+
Wenn das Finanzamt durch DAC7-Meldungen Einnahmen feststellt, die in deinen Steuererklärungen nicht auftauchen, kann es Kontrollmitteilungen ausstellen, Betriebsprüfungen einleiten und Steuernachzahlungen fordern. Bei vorsätzlicher Nichtangabe besteht das Risiko eines Steuerhinterziehungsvorwurfs. Wer frühere Jahre noch nicht korrekt erklärt hat, sollte einen Steuerberater zu den Möglichkeiten einer strafbefreienden Selbstanzeige konsultieren.
Bis wann muss die Plattform meine Einnahmen aus 2026 melden?+
Für Einnahmen im Kalenderjahr 2026 müssen Plattformbetreiber bis zum 31. Januar 2027 beim Bundeszentralamt für Steuern melden. Die Daten des gesamten Jahres 2026 laufen also bereits jetzt zusammen. Jeder, der auf einer meldepflichtigen Plattform aktiv ist und die Schwellenwerte überschreiten könnte, sollte seine Aufzeichnungen für 2026 vollständig und korrekt führen.

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Über den Autor

Joe Martin baut seit über 45 Jahren Unternehmen — als Gründer, als Verkäufer eigener Firmen und als Berater für Startups und Banken. Er ist Autor von vier Büchern und entwickelt heute KI-Software. In der offenen Macher-Session beantwortet er reale Unternehmer-Fragen — kein Theorie-Kurs. Mehr über Joe Martin →

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