ESPR: Digitaler Produktpass wird Pflicht ab 2027
Ab 2027 braucht jedes Produkt in der EU einen digitalen Steckbrief. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) macht den digitalen Produktpass (DPP) zur Pflicht — für Hersteller, Händler und Importeure.
Was sich ändert
Die ESPR (Verordnung 2024/1781) verpflichtet Unternehmen, für bestimmte Produkte einen digitalen Produktpass bereitzustellen. Der Pass dokumentiert:
— Materialzusammensetzung — CO₂-Fußabdruck — Reparaturanleitung — Recyclingfähigkeit — Lebensdauer und Ersatzteilverfügbarkeit
Abrufbar über QR-Code oder NFC. Erste Produktgruppen:
Ab Februar 2027: Große Batterien (über 2 kWh) Ab 2027/28: Textilien, Stahl, Möbel, Elektronik
Vernichtungsverbot ab 19. Juli 2026: Große Unternehmen dürfen unverkaufte Textilien und Schuhe nicht mehr vernichten. Für mittlere Unternehmen gilt das ab 2030. Kleinst- und Kleinunternehmen sind ausgenommen.
Was das für dich heißt
Du bist Händler für Textilien, Elektronik oder Möbel? Du brauchst:
IT-Systeme, die den Produktpass abrufen und weitergeben können.
Prozesse, um Lieferantendaten zu prüfen und zu dokumentieren.
Lagerfläche für Ware, die du nicht mehr vernichten darfst.
Zeit und Personal, um das alles zu organisieren.
Kein EU-Geld, keine Übergangshilfe, keine Schonfrist für Kleinunternehmen.
Fair gesagt
Kreislaufwirtschaft ist richtig. Weniger Müll, längere Produktlebenszyklen, transparente Lieferketten — alles sinnvoll.
Und ja, die EU will KMU mit Leitfäden und digitalen Tools unterstützen.
Der eigentliche Haken
Die Pflicht startet ab 2027, aber wer heute nicht plant, steht 2027 im Regen.
IT-Dienstleister aussuchen, Lagerprozesse anpassen, Lieferantenverträge prüfen — das machst du nicht in zwei Wochen.
Während du das System aufbaust, läuft dein Tagesgeschäft weiter. Und die Kosten? Die trägt niemand außer dir.
Für Unternehmer: Weiterführende Grundlagen
Die ESPR ist Teil einer breiten EU-Nachhaltigkeitsstrategie. Wer Verpackungen nutzt, sollte parallel die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) kennen — sie regelt Design-Vorgaben und Mehrwegsysteme ab 2026. Wer in der Lieferkette größerer Konzerne steht, ist indirekt von der EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) betroffen. Der gemeinsame Nenner: EU-Regulierung kommt in Wellen, und die Fristen warten nicht.
Häufige Fragen
Seit wann gilt die ESPR?+
Was ist der digitale Produktpass (DPP)?+
Für welche Produkte gilt die DPP-Pflicht zuerst?+
Was bedeutet das Vernichtungsverbot?+
Welche Kosten kommen auf KMU zu?+
Du willst wissen, was das für deinen Betrieb bedeutet?
In der Macher-Session sprechen wir über genau solche Themen — konkret, ohne Theorie-Kurs.
Melde dich für die Macher-Session an- EUR-Lex: Regulation (EU) 2024/1781 (ESPR)
- Umweltbundesamt: Neue Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte
- Lexware: EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR)
Hinweis: Allgemeine Einordnung, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Stand: 28. Juni 2026.